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VOLKSHILFE ZUM WELT-ALZHEIMERTAG:

INKLUSION DEMENZIELL ERKRANKTER MENSCHEN IST GESELLSCHAFTLICHE PFLICHT!

VOLKSHILFE SOZIALBAROMETER ZEIGT: ÖsterreicherInnen wollen Betroffenen eine Stimme verleihen!

Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September präsentierte die Volkshilfe aktuelle Ergebnisse des Volkshilfe Sozialbarometers zum Thema. Zudem pflanzte die Volkshilfe Tirol gemeinsam mit der „Plattform für eine demenzfreundliche Stadt Innsbruck“ als Symbol für ein gutes Leben mit Demenz einen Ginkgobaum im Innsbrucker Rapoldipark.

Während immer mehr Menschen an Demenz erkranken, nimmt die Zahl an Menschen im erwerbsfähigen Alter ab. Demenz und Pflege stellen eine große soziale Herausforderung auf vielen Ebenen dar. In Anbetracht dessen sowie der repräsentativen Umfrageergebnisse weist Kerstin Egger, Landesgeschäftsführerin der Volkshilfe besonders auf die Wichtigkeit der Teilhabe für Betroffene hin: „Einsamkeit und Isolation erhöhen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Genau deshalb muss die Inklusion von Betroffenen viel deutlicher angestoßen werden. Auch wenn die Möglichkeit zur Selbstbestimmung im Verlauf der Demenzerkrankung abnimmt, bleibt das Selbst des betroffenen Menschen erhalten. Es ist unsere solidarische Pflicht, den Betroffenen unsere aufmerksamste und einfühlsamste Sorge zu widmen und sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.“

ERGEBNISSE DES AKTUELLEN SOZIALBAROMETERS ZUM THEMA:

Mehrheit fühlt sich über Demenz nicht ausreichend informiert
Die repräsentativen Ergebnisse des Volkshilfe Sozialbarometers zeigen, dass sich 63 Prozent der Befragten nicht ausreichend über die Krankheit informiert fühlen, um darauf im öffentlichen Raum bei Bedarf unterstützend reagieren zu können. Diesen Umstand muss entgegengewirkt werden, meinen auch die ÖsterreicherInnen: Schließlich befürworten auch drei Viertel der Befragten die Forderung nach mehr Informationsarbeit in Vereinen, um die Einbindung von Menschen mit Demenz in das gesellschaftliche Leben zu fördern. Außerdem sprechen sich 82 Prozent für eine flächendeckende Einführung von Diagnoseinstrumenten für den Gesundheits- und Sozialbereich zur Früherkennung von Demenz aus.

Die höchste Zustimmung mit 84 Prozent erhielt nicht zuletzt die Forderung nach einem Ausbau von Angeboten der Beratung und Wissensvermittlung für pflegende Angehörige sowie für von Demenz Betroffene. Auch Studien bestätigen: Je mehr Aufklärung und Information über die Krankheit und dem damit einhergehenden Krankheitsbild bei den pflegenden Angehörigen vorhanden ist, desto besser können sie mit der Situation umgehen. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, durch intensive Aufklärung und bestmögliche Sensibilisierung der Menschen die Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen deutlich zu verbessern. Jeder Mensch kann durch ein achtsames Verhalten dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft demenzfreundlicher wird“, erklärt die Landesgeschäftsführerin.

Vollständige Anerkennung von Demenz als Behinderung überfällig
Mehr als sieben von zehn Befragten sprechen sich im Sozialbarometer außerdem für die Anerkennung von Demenz als Behinderung aus. Von Demenz Betroffene sollen die gleichen Rechte wie andere Menschen mit Behinderungen haben, um rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz vor Diskriminierung zu schaffen. Konkret fordert die Volkshilfe den Anspruch auf einen Behindertenausweis ab einem bestimmten Schweregrad der Demenz, finanzielle Vergünstigungen und Befreiungen, das Recht, eine berufliche Tätigkeit ausüben zu können, wenn die Krankheit früh ausbricht sowie das Recht auf persönliche Assistenz ohne Entzug der Handlungsfähigkeit.

Vielfältige Entlastungsangebote im Tirol schaffen:
Die Volkshilfe hat nicht nur eine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung von Projekten für Demenzerkrankten, sondern sensibilisiert mit ihrer Initiative „Demenzhilfe Österreich“ seit März 2012 auch für die Anliegen von Betroffenen. „Wir von der Volkshilfe setzen uns schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Demenz auseinander, entwickeln laufend neue Projekte und sehen uns als Sprachrohr für die Betroffenen, um ihre Lebenswelten nachhaltig zu verbessern“, so Kerstin Egger, Landesgeschäftsführerin der Volkshilfe Tirol.

Alle Informationen zum Volkshilfe Sozialbarometer finden Sie hier: www.volkshilfe.at/sozialbarometer

AKTION in TIROL:

DER GINKGOBAUM ALS SYMBOL FÜR EIN GUTES LEBEN MIT DEMENZ

Die Mitglieder der Plattform für ein demenzfreundliches Innsbruck, pflegende Angehörige sowie die Stadträte Gerhard Fritz und Ernst Pechlaner pflanzten anlässlich des Welt-Alzheimertages einen Ginkgobaum als Symbol für ein gutes Leben mit Demenz im Innsbrucker Rapoldipark. 

„Durch seine Robustheit weist der Ginkgobaum eine langjährige Kultur als beliebter Stadtbaum auf. Die Wirkung seiner Blätter kann Demenzkranken das Zurechtkommen im Alltag erleichtern, wodurch auch die Belastung der Angehörigen reduziert wird“, erklärt der für Grünanlagen zuständige Stadtrat Gerhard Fritz.

Sozialstadtrat Ernst Pechlaner betont die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzaktion: „Wir wollen Menschen mit Demenz Mut machen, das Tabu dieser Erkrankung zu brechen. Der Ginkgobaum macht sie im öffentlichen Raum sichtbar und steht sinnbildlich für die Bemühungen um ein demenzfreundliches Innsbruck.“

Ein herzliches Dankeschön geht an die Stadt Innsbruck für den gespendeten Ginkgobaum. 



  

Gruppenbild: Plattform für eine demenzfreundliche Stadt Innsbruck (Innsbrucker Soziale Dienste GmbH, Pater Wolfgang Dolzer - Jesuitenorden, Stiftung Nothburgaheim, Tirol Kliniken GmbH,  Caritas Tirol, Verein Vaget & Volkshilfe Pflegedienste), Stadträte Gerhard Fritz und Ernst Pechlaner sowie pflegende Angehörige mit dem neugepflanzten Ginkgobaum im Rapoldipark.

 

 

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